Lukas Zimmermann zum Thema "Inklusion"

Ende letz­ten Jah­res wurde ich ange­fragt, ob ich mir vor­stel­len könnte, einem Mann mitt­le­ren Alters, wel­cher auf­grund eines Ver­kehrs­un­falls im Jun­gend­al­ter in sei­nem All­tag stark beein­träch­tigt ist, neu als Bei­stand zur Seite zu ste­hen. Ohne mehr Kennt­nis von der Situa­tion zu haben, habe ich mich ent­schie­den zuzu­sa­gen.

Nach­dem ich mich in den Fall ein­ar­bei­ten und den Mann in der Zwi­schen­zeit bes­ser ken­nen ler­nen konnte, darf ich fest­hal­ten, dass ich von ihm als Per­son und von sei­ner Bewäl­ti­gung der all­täg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen enorm beein­druckt bin. Er lebt seit eini­gen Jah­ren in einer eige­nen Woh­nung. Dank der Unter­stüt­zung durch zwei Assis­ten­tin­nen, wel­che ihn an ins­ge­samt drei Tagen pro Woche im Haus­halt und in all­tags­prak­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten unter­stüt­zen, und dank zusätz­li­cher Unter­stüt­zung durch ein gan­zes Netz von Per­so­nen, ist es ihm mög­lich, sei­nen All­tag selb­stän­dig und selbst­be­stimmt meis­tern zu kön­nen. Nebst dem, dass er viele sei­ner all­täg­li­chen Arbei­ten mit Hilfe der Betreu­ungs­per­so­nen selb­stän­dig ver­rich­ten kann, geht er ebenso sei­ner Arbeit als Künst­ler nach, wel­che er in einem Ate­lier einen Fuss­marsch von sei­ner Woh­nung ent­fernt aus­übt. Seine Werke stellt er unter ande­rem auf Märk­ten zum Ver­kauf aus und kann er ebenso in einem klei­nen Kunst­hand­werks­la­den in der Region aus­stel­len.

Ich bin beein­druckt, zu was für Leis­tun­gen Men­schen mit einer Beein­träch­ti­gung fähig sind. Es ist eine grosse Erru­gen­schaft, dass sol­che All­tags­rea­li­tä­ten dank unse­rem gut aus­ge­bau­ten Sys­tem bei uns mög­lich sind. Das nenne ich gelebte Inklu­sion.

Lukas Zimmermann-Oswald, Vor­stand EVP Itti­gen